Das Malen mit der Taschenlampe fasziniert immer mehr Profi- und Hobby-Fotografen. Bekannter ist das einstige Underground-Verfahren als Lightwriting und entwickelt sich seit einigen Jahren zum absoluten Trend in der Fototechnik. Die nächtliche Stadt mit ihren vielen Lichtern zu fotografieren, war schon immer eine besondere Herausforderung für viele Fotografen. Doch damit nicht genug, mit dem Lightwriting werden ganz spezielle Effekte beim Fotografieren möglich, ohne dass dabei der Computer zum Einsatz kommen muss.
Es wird lediglich eine gute Digitalkamera benötigt, sowie eine oder mehrere Taschenlampen oder andere bewegliche Lichtquellen. Mit Hilfe dieser Lichtquellen werden verschiedene Motive oder auch Schriften in die Luft gemalt. Die Digitalkamera sollte über ein Stativ verfügen. Es wird auf Langzeitbelichtung umgestellt und die Blende sollte sehr klein eingestellt werden. Durch diese Einstellungen an der Digitalkamera werden alle hellen Motive dargestellt, was dunkel ist, ist jedoch nicht zu erkennen. So sieht man lediglich die Lichtmalerei, nicht jedoch den Fotografen, der diese ausführt.
Mit Lightwriting ist somit eine Fototechnik entstanden, die etwa bunte Strichmännchen auf Parkbänke zaubert, obwohl kein Computer eingesetzt wird, um das Bild zu manipulieren. Ebenfalls können kleine Filme und Animationen mit Lightwriting hergestellt werden, hierfür kommen Stopptrick und Einzelbild-Animation der Digitalkamera zum Einsatz.
Entstehung des Lightwriting
Lightwriting als Fototechnik wird zwar derzeit als sehr junger und aktueller Trend gehandelt, doch die Idee an sich hatte schon vor über 100 Jahren der bekannte Maler Pablo Picasso. Lediglich die Idee, dass Lightwriting auch für Graffiti und Werbung genutzt werden könnte, ist sehr jung. Als einen der Begründer für den Trend sieht man heute das Unternehmen Lichtfaktor aus Köln an. Drei Gründer, darunter Marcel Panne, probierten die Technik für das Thema Energie in Bewegung aus und die Kunden waren ebenso begeistert, wie zahlreiche Internetnutzer, die die Fotos erstmalig im Netz sahen.
Auch ein kleiner Film zum Thema wurde gedreht und konnte bereits nach kurzer Zeit mehr als eine Million Aufrufe verzeichnen. Zahlreiche Aufträge mit der Lightwriting Fototechnik wurden bei dem Unternehmen ausgelöst, alles aufgrund des scheinbar völlig neuen Konzepts.
Lightwriting hat sich mittlerweile soweit entwickelt, dass es sogar schon eine eigene Szene dafür gibt. Noch in diesem Jahr soll das erste Lightwriter-Festival in Berlin stattfinden. Mit Sicherheit werden bei diesem Treffen unzählige wunderschöne, unglaubliche und geradezu magische Motive entstehen. Derzeit gehen die Experten davon aus, dass der Trend noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht haben wird und deshalb stetig weitere Experimente durchgeführt werden, um noch bessere, noch magischere Bilder und Fotos zu schaffen.
